Gegen Schlaganfall & Herzrhythmusstörungen bei Europas größtem Healthcare Hackathon in Kiel

Die Ideenschmiede für digitale Gesundheit „Healthcare Hackathon“ geht in die zweite Runde – mit Apps gegen den Schlaganfall & Herzrhythmusstörungen und einer eigenen digitalen Gesundheitsakte des UKSH: Nach dem letztjährigen Erfolg sollen dieses Jahr vor allen Dingen einfache Anwendungen auch für zu Hause beim Patienten im Vordergrund stehen. Einen geplanten Ansatz stellt Dr. med. Christian Elsner, geschäftsführender Direktor am UKSH, Campus Lübeck, bereits am 20. August 2018 im Gesundheitsforum im CITTI-PARK Kiel und am 23. August 2018 im CITTI-PARK Lübeck vor. Entwickelt wird er mit den Partnern Kieler Nachrichten, IBM Deutschland, der Preventicus GmbH und der European Heart Rhythm Association. Die App Preventicus Heartbeats erlaubt klinisch validierte Tests auf ein bestehendes Schlaganfallrisiko durch Vorhofflimmern per Smartphone zu Hause. Bei relevantem Ergebnis kann der Befund direkt in eine UKSH eAkte App geladen werden und das UKSH begutachtet den Befund und sendet die Patienten dann in eine Sprechstunde beim niedergelassenen Arzt oder am UKSH.

Gegen Schlaganfall & Herzrhythmusstörungen bei Europas größtem Healthcare Hackathon in Kiel

Der Healthcare Hackathon Kiel unter Schirmherrschaft des Schleswig-Holsteinischen Gesundheitsministers Dr. Heiner Garg ist innerhalb eines Jahres zu Europas größter Plattform für die innovative Erstellung von Prototypen für die digitale Gesundheitsversorgung geworden und findet dieses Jahr vom 13.-15. September 2018 statt. Unter der Moderation des Norddeutschen Rundfunks (NDR) veranstaltet das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit den Kieler Nachrichten (KN), IBM Deutschland und der Merckgruppe gemeinsam mit über 40 Partnern das Event und erwartet wieder über 4.000 Besucher und Teilnehmer in der Sparkassenarena Kiel.

Im letzten Jahr war auf dem Hackathon mit der Kampagne „Meine Stadt rettet“ schon eine App vorgestellt worden, die im wahrsten Sinne Leben retten kann. Bei der Initiative von KN, UKSH und European Heart Rhythm Association (EHRA) handelte es sich um eine Ersthelfer-App, die es der Feuerwehrleitstelle erlaubt, qualifizierte Ersthelfer direkt zu einer Reanimation hinzuzuziehen. „Eine echte Erfolgsgeschichte“, berichtet Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner vom Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) in Kiel. „Über 6.000 Ersthelfer sind inzwischen mit der App in ganz Deutschland registriert“. Nachdem der Nachweis gelungen ist, dass die Lebensrettung damit in über 30% der Fälle über drei Minuten schneller als mit dem immer zusätzlich angeforderten Notarzt ist, ist die App sogar zum internationalen Exportschlager des Hackathons geworden. Auf dem großen Schlussevent des Healthcare Hackathon 2018 am 15. September 2018 wird es so u.a. eine Schaltung nach Bangkok (Thailand) geben, wo die App, mit Ursprung UKSH, auch gerade eingeführt wird.

In diesem Jahr steht als ein Thema auch wieder „Herz und Hirn“ im Mittelpunkt – diesmal noch stärker der Patient selbst. „Wir wenden uns an alle Einwohner Schleswig-Holsteins, die über 55 Jahre alt sind und wollen eine der größten systematischen Untersuchungen auf ein bestehendes Schlaganfallrisiko anstoßen“, führen Frau Prof. Dr. Daniela Berg, Direktorin der Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel, und Prof. Dr. Thomas Münte, Direktor der Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Lübeck, aus.

Die App „Preventicus Heartbeats“ ermöglicht auf jedem handelsüblichen Smartphone einen Test über die Wahrscheinlichkeit des Vorliegens von Vorhofflimmern vornehmen. Sie erkennt, wie klinische Studien u.a. an der Universität Basel gezeigt haben, Vorhofflimmern mit 95%iger Genauigkeit und erreicht damit nahezu EKG Qualität. Die Preventicus Lösung ist ein klinisch validiertes Medizinprodukt, welches in enger Zusammenarbeit mit Kardiologen entstand.

„Vorhofflimmern ist eine der führenden Ursachen für einen Schlaganfall und kann mit verschiedenen Therapieoptionen gut behandelt werden“, führt Prof. Dr. Roland Tilz, stellv. komm. Direktor der Medizinischen Klinik II des UKSH, Campus Lübeck und Leiter des Funktionsbereichs Elektrophysiologie der Medizinischen Klinik II, aus. Gemeinsam mit Prof. Dr. Hendrik Bonnemeier, stellv. Direktor der Klinik für Innere Medizin III des UKSH, Campus Kiel wird Prof. Dr. Tilz die auffälligen Befunde ab September begutachten.

Mit der UKSH eAkte App, die IBM, KN und UKSH zusätzlich geschaffen haben, kann auf Wunsch ebenfalls mit dem Smartphone sofort die eigene – natürlich nur den Patienten selbst und einem selbst definierten Personenkreis zugängliche Krankenakte angelegt werden. Der Befund zum potentiellen Vorhofflimmern kann dann direkt und einfach mit weiteren Befunden ergänzt werden. Durch ihre hohe Kompatibilität mit anderen Akten ist die eAkten App dabei ein guter Grundstein für die eigene und universell verwendbare Patientenakte.

Das UKSH möchte seine Erfolge im Feld der Digitalisierung gerne weiter ausbauen und setzt dabei weiterhin auf offene Standards, die jeder nutzen kann. Mit der neuen kombinierten App und der Möglichkeit, breit und systematisch zu Hause das Risiko für ein bestehendes Vorhofflimmern unter Expertenüberwachung zu testen, soll ein weiterer Vorgeschmack entstehen, wohin uns die digitale Gesundheitsversorgung von morgen führt. „Digitale Innovation im Gesundheitswesen bedeutet eben nicht, einfach nur alle Dokumente zu digitalisieren, sondern eben den Aufbau von neuen digitalen Versorgungsangeboten und die Schaffung von Plattformen, auf denen Patienten, Kassen und Gesundheitsversorger wie das UKSH gleichberechtigt und ohne Hürden im direkten Austausch stehen“, freuen sich Dr. Christian Elsner und Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des  UKSH. Der Healthcare Hackathon und die neu vorgestellten Apps sind genau solche Ansätze und ermöglichen dem Patienten den bequemen Zugang zu innovativen Formen der Gesundheitsversorgung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.healthcare-hackathon.eu.