An dieser Schnittstelle schafft Preventicus effektive Lösungen in der Prävention und im Management von chronischen Herz- und Kreislauferkrankungen. Durch eine Verbindung von Technologien und Services in medizinischen Versorgungsprogrammen. Durch Verzahnung von Patienten, Anwendern und Krankenversicherungen.
This is where Preventicus provides effective solutions for the prevention and treatment of chronic cardiovascular disease. By combining technology and services in medical healthcare programmes. By intertwining patients, users and health insurance providers.
An dieser Schnittstelle schafft Preventicus effektive Lösungen in der Prävention und im Management von chronischen Herz- und Kreislauferkrankungen. Durch eine Verbindung von Technologien und Services in medizinischen Versorgungsprogrammen. Durch Verzahnung von Patienten, Anwendern und Krankenversicherungen.
This is where Preventicus provides effective solutions for the prevention and treatment of chronic cardiovascular disease. By combining technology and services in medical healthcare programmes. By intertwining patients, users and health insurance providers.
Aktuelle & abgeschlossene klinische Studien
Rizas KD, Freyer L, Sappler N, von Stülpnagel L, Spielbichler P, Krasniqi A, et al. Smartphone-based screening for atrial fibrillation: a pragmatic randomized clinical trial. Nat Med. Design: Freyer L, et al. Am Heart J. 2021;241:26-34
PMID: 36031651
DOI: 10.1038/s41591-022-01979-w
Fragestellung und Design: eBRAVE-AF war eine pragmatische randomisierte Cross-over-Studie bei 5.551 Versicherten ohne bekanntes Vorhofflimmern oder Antikoagulation, aber mit erhöhtem Schlaganfallrisiko. Die Interventionsgruppe führte wiederholt einminütige Smartphone-PPG-Messungen mit Preventicus Heartbeats durch. Auffällige Befunde wurden mit einem 14-Tage-EKG-Patch abgeklärt. Nach sechs Monaten wechselten die Gruppen. Primärer Endpunkt war neu diagnostiziertes Vorhofflimmern, das zu einer Verordnung oraler Antikoagulation führte.
Wichtigste Ergebnisse: In Phase eins erreichten 38 Personen im digitalen Arm und 17 unter üblicher Versorgung den Endpunkt. Nach dem Cross-over trat derselbe Effekt erneut auf: 33 gegenüber 12 Fällen. Das Screening verdoppelte damit die Erkennung behandlungsrelevanten Vorhofflimmerns.
Einordnung: Die randomisierte Studie belegt eine höhere diagnostisch-therapeutische Ausbeute gegenüber Regelversorgung. Schlaganfälle und Mortalität wurden jedoch nicht als Endpunkte geprüft. Nur ein kleiner Teil der eingeladenen Versicherten nahm teil, sodass Selbstselektion und begrenzte Reichweite zu berücksichtigen sind. Auffällige PPG-Signale erfordern zudem zusätzliche EKG-Abklärungen.
Reichl JJ, Hamid KA, Burkard T, Vischer AS, Guzman C, Dudek D, et al. PPG-based smartphone application vs usual care for atrial fibrillation screening: A European multicenter randomized trial. Heart Rhythm. 2025;22(12):e1155-e1162.
PMID: 40769446
DOI: 10.1016/j.hrthm.2025.07.060
Fragestellung und Design: REDSTROKE verglich in einer randomisierten europäischen Multicenterstudie eine aktive Smartphone-PPG-Strategie mit Scheinanwendung beziehungsweise üblicher Versorgung. Eingeschlossen wurden 1.021 Personen mit erhöhtem Schlaganfallrisiko und ohne bekanntes Vorhofflimmern. Nur im Interventionsarm wurden verdächtige Preventicus-Messungen zeitnah gemeldet und mit einem siebentägigen EKG-Patch abgeklärt. Die Nachbeobachtung betrug sechs Monate.
Wichtigste Ergebnisse: Bei 32 Teilnehmenden wurde eine Herzrhythmusstörung festgestellt, bei 13 davon handelte es sich um Vorhofflimmern. In der App-Gruppe wurde etwas häufiger Vorhofflimmern entdeckt als in der Kontrollgruppe, dieser Unterschied war jedoch statistisch nicht eindeutig gesichert. Auffällig war, dass symptomloses Vorhofflimmern ausschließlich in der App-Gruppe erkannt wurde. Die Rate an Schlaganfällen oder verwandten Ereignissen unterschied sich nach sechs Monaten nicht zwischen beiden Gruppen.
Einordnung: Die App allein konnte die Erkennungsrate von Vorhofflimmern insgesamt nicht signifikant steigern. Dass sie jedoch tendenziell mehr unbemerkte, symptomlose Fälle aufspürte, unterstützt den Nutzen solcher pulsbasierter Technologien für das gezielte Screening – im Einklang mit aktuellen Leitlinienempfehlungen.
Abdelhamid K, Reissenberger P, Piper D, Koenig N, Hoelz B, Schlaepfer J, et al. Fully Automated Photoplethysmography-Based Wearable Atrial Fibrillation Screening in a Hospital Setting. Diagnostics (Basel). 2025;15(10):1233.
PMID: 40428225
DOI: 10.3390/diagnostics15101233
Fragestellung und Design: Teil zwei der AF-Burden-Studie integrierte ein vollautomatisiertes PPG-Screening in den Krankenhausbetrieb. 346 stationäre Personen mit erhöhtem CHA2DS2-VASc-Risiko und ohne bekanntes Vorhofflimmern trugen während des stationären Aufenthalts ein PPG-Armband. Daten wurden automatisch übertragen, in der Preventicus-Cloud analysiert und in Echtzeit visualisiert. Bei detektierter absoluter Arrhythmie sollte ein Holter-EKG folgen.
Wichtigste Ergebnisse: Bei zwölf Personen, entsprechend 3,5 Prozent, meldete das System eine absolute Arrhythmie. 87,9 Prozent trugen das Armband während des gesamten Aufenthalts, und die technische Pipeline verlor keine Datensätze. Im Mittel waren jedoch nur 45,9 Prozent der Aufzeichnungszeit auswertbar.
Einordnung: Die Studie belegt vor allem die technische Machbarkeit und Prozessintegration. Die fehlende EKG-Bestätigung und geringe Signalausbeute zeigen, dass PPG-Alarme nicht mit diagnostiziertem Vorhofflimmern gleichgesetzt werden dürfen. Verbesserte Signalqualität, klare Alarmkriterien und zeitnahe EKG-Abklärung sind entscheidend.
Chin JF, Aga YS, Abou Kamar S, Snelder SM, Kardys I, de Boer RA, et al. Exploring risk Indicators of atrial fibrillation in severe Obesity: Left atrial cardiomyopathy and premature atrial contractions. Int J Cardiol Heart Vasc. 2024;55:101555.
PMID: 39624153
DOI: 10.1016/j.ijcha.2024.101555
Fragestellung und Design: AF OBESE untersuchte, welche Marker bei schwerer Adipositas auf eine erhöhte Anfälligkeit für Vorhofflimmern hinweisen und welchen Ertrag Rhythmusscreening erzielt. Eingeschlossen wurden 192 Personen zwischen 35 und 65 Jahren mit einem BMI von mindestens 35 sowie 50 nicht adipöse Kontrollen, jeweils ohne bekannte Herzerkrankung. Die Rhythmusüberwachung erfolgte mit 24-Stunden-Holter, 7-Tage-Holter oder implantierbarem Loop-Recorder. Zusätzlich wurden Echokardiografie und Vorhof-Strain analysiert.
Wichtigste Ergebnisse: In der adipösen Kohorte war ein größerer linker Vorhof unabhängig mit häufigeren vorzeitigen atrialen Kontraktionen verbunden. Eine stärkere Vergrößerung des linken Vorhofs ging mit einem deutlichen Anstieg dieser Häufigkeit einher. Eine bessere Dehnungsfähigkeit des Vorhofs war mit weniger solcher Kontraktionen assoziiert. Vorhofflimmern wurde bei keiner Person festgestellt.
Einordnung: Vorhofveränderungen können bei schwerer Adipositas frühe Risikomarker sein. Querschnittsdesign, unterschiedliche Monitoringdauer und kleine ILR-Untergruppe begrenzen die Aussagekraft.
Reissenberger P, Serfözö P, Piper D, Juchler N, Glanzmann S, Gram J, et al. Determine atrial fibrillation burden with a photoplethysmographic mobile sensor: the atrial fibrillation burden trial. Eur Heart J Digit Health. 2023;4(5):402-410.
PMID: 37794868
DOI: 10.1093/ehjdh/ztad039
Fragestellung und Design: Teil eins der AF-Burden-Studie untersuchte, ob kontinuierliche PPG-Daten eines Wearables die gesamte Vorhofflimmerlast über 48 Stunden quantifizieren können. Personen mit bekanntem paroxysmalem Vorhofflimmern trugen gleichzeitig eine Corsano CardioWatch 287 und ein Holter-EKG. Die PPG-Daten wurden automatisiert mit dem Preventicus Heartbeats Cloud Analytics Service ausgewertet; das kardiologisch analysierte Holter-EKG war die Referenz. In die finale Analyse gingen 92 Personen ein.
Wichtigste Ergebnisse: Die Übereinstimmung der insgesamt erfassten VHF-Minuten war hoch; der Intraklassen-Korrelationskoeffizient betrug 0,88. Insgesamt wurden 85,1 Prozent der im EKG dokumentierten Vorhofflimmerlast korrekt erkannt. Zeit ohne Vorhofflimmern wurde zu 99,9 Prozent richtig identifiziert.
Einordnung: Die Studie unterstützt PPG zur Approximation der Arrhythmielast, zeigt aber auch mögliche Unterschätzungen einzelner oder kurzer Episoden. Die selektierte Kohorte, nur 48 Stunden Beobachtung und unvollständige Signalabdeckung begrenzen die Übertragbarkeit. Für definitive Diagnosen und Therapieentscheidungen bleibt ein EKG erforderlich.
Fabritz L, Connolly DL, Czarnecki E, Dudek D, Guasch E, Haase D, et al. Smartphone and wearable detected atrial arrhythmias in Older Adults: Results of a fully digital European Case finding study. Eur Heart J Digit Health. 2022;3(4):610-625.
PMID: 36710894
DOI: 10.1093/ehjdh/ztac067
Fragestellung und Design: Die SMART in OAC – AFNET 9-Studie untersuchte ein vollständig digitale, länderübergreifende multizentrische, investigator-initiierte, einarmige Fallfindungsstudie bei 882 Menschen ab 65 Jahren ohne bekanntes Vorhofflimmern oder Antikoagulation. Ein Smartphone-gekoppeltes PPG-Armband zeichnete bis zu acht Wochen den Rhythmus auf; der cloudbasierte Preventicus-Algorithmus suchte nach atrialen Arrhythmien. Screen-positive Personen wurden zu einem 14-Tage-EKG eingeladen.
Wichtigste Ergebnisse: 469 Teilnehmende schlossen die Studie vollständig aus der Ferne ab. Innerhalb von vier Wochen wurden bei 44 Personen atriale Arrhythmien erkannt, innerhalb von acht Wochen bei 53. Bei 45 screen-positiven Personen erfolgte ein Ereignis-EKG, das in 27 Fällen Vorhofflimmern bestätigte. Die meisten Auffälligkeiten traten früh auf.
Einordnung: Die Studie zeigt die grenzüberschreitende Machbarkeit eines digitalen Wearable-Screenings bei älteren Erwachsenen. Etwa 60 Prozent der abgeklärten PPG-positiven Fälle wurden bestätigt.
Obergassel J, Rieß JL, Jaeckle S, van Elferen S, Nies M, Schenker N, et al. Long-term outcome and predictors for recurrence after medical and interventional treatment of arrhythmias at the UniverSity Heart CenTer Hamburg (TRUST): design and patient profile snapshot of a prospective clinical cohort study. Eur Heart J Open. 2026;6(1):oeag002.
PMID: 41743284
DOI: 10.1093/ehjopen/oeag002
Fragestellung und Design: TRUST ist eine prospektive klinische Kohorte am Universitären Herz- und Gefäßzentrum Hamburg. Sie untersucht langfristige Verläufe und Prädiktoren für Rezidive nach medikamentöser oder interventioneller Arrhythmiebehandlung. Geplant sind bis zu 5.000 konsekutiv behandelte Personen mit Arrhythmien oder hohem Arrhythmierisiko. Das Konzept verbindet Routinedaten, Prozedurinformationen, Bildgebung, Biobanking und niedrigschwellige Nachbeobachtung. Die Publikation beschreibt das Design und einen frühen Profil-Snapshot der ersten 1.500 Teilnehmenden.
Wichtigste Ergebnisse: Das mediane Alter lag bei etwa 64 Jahren, rund 37 Prozent waren Frauen. Ungefähr 71 Prozent wurden wegen Vorhofflimmern aufgenommen; bei 91 Prozent erfolgte innerhalb eines Monats ein invasiver Eingriff oder eine Ablation. Innerhalb von drei Jahren wurden rund 3.000 Personen rekrutiert.
Einordnung: Belastbare Rezidivraten, Therapieeffekte und Prognosemodelle liegen noch nicht vor. Die Stärke ist die tief phänotypisierte Langzeit-Datengrundlage.
Mutke MR, Brasier N, Raichle CJ, Ravanelli F, Dörr M, Eckstein J. Comparison and Combination of Single-Lead ECG and Photoplethysmography Algorithms for Wearable-Based Atrial Fibrillation Screening. Telemed J E Health. 2021;27(3):296-302
PMID: 32423358
DOI: 10.1089/tmj.2020.0036
Fragestellung und Design: Die Studie verglich zwei automatisierte Verfahren für digitales Vorhofflimmer-Screening: den Kardia-Algorithmus für ein Ein-Kanal-EKG und den Preventicus-Algorithmus für PPG- sowie EKG-Signale. Grundlage waren gepoolte Daten von 1.288 Teilnehmenden aus WATCH AF und DETECT AF PRO. Neben Sensitivität und Spezifität wurde betrachtet, wie häufig überhaupt eine automatische Klassifikation möglich war.
Wichtigste Ergebnisse: Der Kardia-Algorithmus erreichte bei klassifizierten EKGs 99,6 Prozent Sensitivität und 97,4 Prozent Spezifität, lieferte jedoch in 16,1 Prozent keine Diagnose. Dadurch sank die Correct Classification Rate auf 82,7 Prozent. Preventicus klassifizierte alle Signale und erreichte 95,4 Prozent Sensitivität, 91,6 Prozent Spezifität sowie 93,3 Prozent Genauigkeit. Ein dreistufiger Ansatz aus positivem PPG, anschließendem EKG und kombinierter Bewertung erzielte 100 Prozent Spezifität.
Einordnung: Die Kombination kann falsch positive Befunde reduzieren, wurde aber retrospektiv entwickelt. Prospektive externe Validierung und EKG-Bestätigung bleiben notwendig.
Birkemeyer R, Maisch L, Dahme T, Spieß J, Althaus K, Schneider S, et al. Feasibility of digital atrial fibrillation screening in an elderly population: The Ulm heart rhythm weeks. Herzschrittmacherther Elektrophysiol. 2021;32(3):346-352
PMID: 34241681
DOI: 10.1007/s00399-021-00783-2
Fragestellung und Design: Die Ulmer Herz-Rhythmus-Wochen prüften die Umsetzbarkeit eines zweistufigen digitalen Vorhofflimmer-Screenings bei Menschen ab 65 Jahren. Teilnehmende sollten 14 Tage lang zweimal täglich eine Smartphone-PPG-Messung durchführen. Auffällige Signale wurden algorithmisch klassifiziert und durch einen Telecare-Dienst auf Qualität geprüft. Bei Verdacht auf bislang unbekanntes Vorhofflimmern wurde ein 14-Tage-EKG zur Bestätigung angeboten.
Wichtigste Ergebnisse: 215 Personen registrierten sich, 204 führten mindestens eine Messung durch und 169 erreichten das vorgegebene Messziel. Zwölf Personen erhielten einen VHF-Verdacht. Fünf nahmen die kardiologische Abklärung wahr; bei drei wurde Vorhofflimmern bestätigt.
Einordnung: Die Studie zeigt, dass Selbstmessung, Qualitätsprüfung und EKG-Bestätigung bei älteren Menschen grundsätzlich funktionieren. Gleichzeitig waren Reichweite und Nachverfolgung begrenzt. Die kleine, selbstselektierte Stichprobe erlaubt keine belastbare Aussage zu Prävalenz oder Schlaganfallprävention. Entscheidend sind aktive Rekrutierung, technische Unterstützung und ein reibungsloser Übergang in die kardiologische Diagnostik.
Birkemeyer R, Müller A, Wahler S, von der Schulenburg JM. A cost-effectiveness analysis model of Preventicus atrial fibrillation screening from the point of view of statutory health insurance in Germany. Health Econ Rev. 2020;10(1):16.
PMID: 32519034
DOI: 10.1186/s13561-020-00274-z
Fragestellung und Design: Diese gesundheitsökonomische Studie modellierte aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung, ob ein systematisches Vorhofflimmer-Screening mit Preventicus wirtschaftlich sein könnte. Ein Markov-Modell simulierte 10.000 versicherte 75-Jährige über die verbleibende Lebenszeit. Der Versorgungspfad bestand aus Smartphone-PPG-Screening und Bestätigung auffälliger Befunde durch ein 14-Tage-Tele-EKG. Berücksichtigt wurden VHF-Erkennung, Antikoagulation, Schlaganfälle, Lebensqualität und Behandlungskosten.
Wichtigste Ergebnisse: Im Basisszenario vermied das Screening rechnerisch 60 Schlaganfälle, davon 32 innerhalb der ersten vier Jahre. Die Kohorte gewann 165 qualitätsadjustierte Lebensjahre. Gleichzeitig sanken die diskontierten Lebenszeitkosten um durchschnittlich 129 Euro je Person beziehungsweise rund 1,29 Millionen Euro insgesamt.
Einordnung: Die Ergebnisse sind Projektionen und keine direkt beobachteten klinischen Effekte. Sie hängen von Annahmen zu Prävalenz, Teilnahme, Testgüte, Bestätigung, Therapie, Risikoreduktion und Kosten ab, zeigen jedoch, dass mit dem geprüften Modell seitens der Krankenkassen Kosten vermieden werden können.
Brasier N, Raichle CJ, Dörr M, Becke A, Nohturfft V, Weber S, et al. Detection of atrial fibrillation with a smartphone camera: first prospective, international, two-centre, clinical validation study (DETECT AF PRO). Europace. 2019;21(1):41-47.
PMID: 30085018
DOI: 10.1093/europace/euy176
Fragestellung und Design: Die DETECT AF PRO-Studie validierte die Smartphone-App Preventicus Heartbeats zur Erkennung von Vorhofflimmern über Kamera und LED. In der prospektiven, doppelt-verblindeten internationalen multizentrischen Studie wurden 672 Personen untersucht. Ein Finger lag während der Messung auf Kamerades Smartphones; aus den Helligkeitsschwankungen berechnete die App eine PPG-Pulswelle. Referenz war die übereinstimmende EKG-Diagnose zweier Kardiologen.
Wichtigste Ergebnisse: Bei auswertbaren Aufzeichnungen erreichte der Algorithmus 91,5 Prozent Sensitivität und 99,6 Prozent Spezifität. Sinusrhythmus wurde somit nur selten fälschlich als Vorhofflimmern eingestuft, während einzelne VHF-Fälle bei kurzen oder qualitativ schlechten Messungen übersehen werden konnten.
Einordnung: Die Studie unterstützt die Smartphone-Kamera als niedrigschwelliges Screening-Instrument ohne Zusatzhardware. Da sie in einer klinisch selektierten Population durchgeführt wurde, lassen sich prävalenzabhängige Kennzahlen nicht direkt auf die Allgemeinbevölkerung übertragen. Bewegungsartefakte, Durchblutung, Gerätetechnik und Bedienung beeinflussen die Signalqualität; auffällige PPG-Befunde benötigen deshalb eine EKG-Bestätigung.
Dörr M, Nohturfft V, Brasier N, Bosshard E, Djurdjevic A, Gross S, et al. The WATCH AF Trial: SmartWATCHes for Detection of Atrial Fibrillation. JACC Clin Electrophysiol. 2019;5(2):199-208.
PMID: 30784691
DOI: 10.1016/j.jacep.2018.10.006
Fragestellung und Design: Die WATCH AF-Studie prüfte die Erkennung von Vorhofflimmern durch eine handelsübliche Smartwatch. In der prospektiven, doppelt-verblindeten multizentrischen Studie erhielten 672 klinische Teilnehmende eine einminütige PPG-Messung mit der Samsung Gear Fit 2. Der Preventicus-Algorithmus wurde mit der EKG-Beurteilung durch Kardiologen verglichen; 508 ausreichend interpretierbare Datensätze gingen in die Hauptanalyse ein.
Wichtigste Ergebnisse: Die Sensitivität betrug 93,7 Prozent, die Spezifität 98,2 Prozent und die Gesamtgenauigkeit 96,1 Prozent. Der positive Vorhersagewert lag in der VHF-reichen Studienpopulation bei 97,8 Prozent.
Einordnung: Die Studie belegt eine hohe diagnostische Güte kurzer optischer Handgelenksmessungen unter kontrollierten Bedingungen. Allerdings waren mehrfache Signale wegen unzureichender Qualität nicht auswertbar, und die klinische Stichprobe hatte eine hohe VHF-Prävalenz. Für ein allgemeines Screening sind daher wiederholte Messungen, verlässliche Qualitätskontrollen und die Bestätigung auffälliger Befunde durch ein diagnostisches EKG erforderlich.
Karim N, Aral M, Eduawor S, Finlay M. P1067 AF detection using smartphone apps. Europace. 2017;19(Suppl 3):iii234
Fragestellung und Design: Diese Studie untersuchte, ob Smartphone-Apps ohne zusätzliche Sensorhardware Vorhofflimmern zuverlässig erkennen. Prospektiv wurden 140 stationäre und ambulante Personen eingeschlossen, jeweils 70 mit Vorhofflimmern und 70 mit Sinusrhythmus. Ein Zwölf-Kanal-EKG diente als Referenz. Die App BeatScanner nutzte Beschleunigungs- und Gyroskopsensoren, die Preventicus Heartbeats-App die Smartphone-Kamera zur PPG-Messung. Zusätzlich wurde die Nutzerakzeptanz per Fragebogen erhoben.
Wichtigste Ergebnisse: Preventicus erreichte 94 Prozent Sensitivität und 96 Prozent Spezifität; BeatScanner kam auf 89 Prozent beziehungsweise 67 Prozent. Unter den regelmäßigen Smartphone-Nutzenden interessierten sich 94 Prozent für Selbstscreening, 96 Prozent bewerteten die Apps als einfach bedienbar und 63 Prozent bevorzugten Preventicus.
Einordnung: Die Studie verbindet diagnostische Leistungsdaten mit früher Akzeptanzforschung. Die ausgeglichene Fall-Kontroll-Stichprobe und der Ausschluss störender Rhythmen bilden den Alltag jedoch nur begrenzt ab. Als Machbarkeitsstudie zeigt diese Untersuchung, dass die kamerabasierte PPG-Auswertung gegenüber einer bewegungssensorbasierten Alternative sowohl genauer war als auch von den Teilnehmenden besser akzeptiert wurde.
Krivoshei L, Weber S, Burkard T, Maseli A, Brasier N, Kühne M, et al. Smart detection of atrial fibrillation. Europace. 2017;19(5):753-757.
PMID: 27371660
DOI: 10.1093/europace/euw125
Fragestellung und Design: Die DETECT AF-Studie diente der frühen klinischen Validierung der Vorhofflimmer-Erkennung allein über die Kamera eines Smartphones. Untersucht wurden 80 Personen, je 40 mit Vorhofflimmern und Sinusrhythmus. Ein iPhone 4S zeichnete fünf Minuten lang die Durchblutung der Fingerkuppe auf. Aus dem grünen Lichtspektrum wurde eine PPG-Pulswelle extrahiert; verschiedene Merkmale der Rhythmusunregelmäßigkeit wurden mit der EKG-Diagnose verglichen.
Wichtigste Ergebnisse: Die Shannon-Entropie allein erreichte 85 Prozent Sensitivität und 95 Prozent Spezifität. Durch Filterung und Kombination mit nRMSSD stieg die Sensitivität auf 87,5 Prozent. Die beste Kombination aus SD1/SD2 und nRMSSD erzielte jeweils 95 Prozent Sensitivität und Spezifität.
Einordnung: Die Studie etablierte wichtige algorithmische Grundlagen für spätere Preventicus-Validierungen. Ihre Übertragbarkeit ist aufgrund der kleinen, exakt ausgeglichenen Stichprobe, klar definierter Rhythmen und Nutzung eines älteren Smartphone-Modells begrenzt.
Koenig N, Seeck A, Eckstein J, Mainka A, Huebner T, Voss A, Weber S. Validation of a New Heart Rate Measurement Algorithm for Fingertip Recording of Video Signals with Smartphones. Telemed J E Health. 2016;22(8):631-636.
PMID: 26938673
DOI: 10.1089/tmj.2015.0212
Fragestellung und Design: SMART HRV validierte die Messung von Herzfrequenz und Herzfrequenzvariabilität aus einem Fingervideo als Grundlage späterer Rhythmusanalysen. Bei 68 Personen wurden gleichzeitig ein EKG und die optische Pulswelle mit einem iPhone 4S aufgezeichnet. Der Algorithmus kombinierte die steilste Flanke jeder Pulswelle mit der Korrelation zu einem optimierten Wellenmuster. EKG-basierte Herzfrequenz sowie lineare HRV-Parameter im Zeit- und Frequenzbereich dienten als Referenz.
Wichtigste Ergebnisse: Die per Smartphone bestimmte Herzfrequenz korrelierte äußerst stark mit dem EKG, mit R größer als 0,99. Für die meisten standardisierten linearen HRV-Parameter lagen die Korrelationen bei mindestens 0,90.
Einordnung: Die Arbeit untersucht keine direkte Vorhofflimmer-Diagnose, sondern die messtechnische Basis der kamerabasierten PPG-Analyse. Die kleine Stichprobe und ein einziges Smartphone-Modell begrenzen die Generalisierbarkeit. Dennoch zeigte diese Studie, dass Smartphone-Videos präzise Schlagintervalle für digitales Screening liefern können.
Aktuelle Förderprojekte
Horizon 2020
Das Projekt “Machine Learning and Artificial Intelligence for Early Detection of Stroke and Atrial Fibrillation (Maestria)” wird im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 gefördert.
This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 965286.
- Sorbonne Université, Paris, FR (Koordinator: Prof. Stéphane Hatem)
- Fondation Cardiometabolisme Nutrition (ICAN), Paris, FR
Assistance Publique – Hôpitaux de Paris (AP-HP), Paris, FR - University of Oxford, Oxford, UK
University of Birmingham, Birmingham, UK
Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V. (AFNET), Münster, DE
St. Vincenz-Krankenhaus GmbH, Paderborn, DE - Universitätsklinikum Essen, Essen, DE
- Universiteit Maastricht, Maastricht, NL
- Ethniko kai Kapodistriako Panepistimio Athinon, Athen, GR
Centro Nacional de Investigaciones Cardiovasculares Carlos III (CNIC), Madrid, ES - Massachusetts General Hospital, Boston, MA, US
- IMT Transfert, Palaiseau, FR
- CIUSSS de l’Estrie – CHU de Sherbrooke, Sherbrooke, CA
- Caristo Diagnostics Limited, Oxford, UK
- Idoven 1903 SL, Madrid, ES
- Preventicus GmbH, Jena, DE
- YourRhythmics, Maastricht, NL
- Siemens Healthineers AG, Forchheim, DE
ZIM (Zentrales Innivationsprogramm Mittelstand)
Das Projekt „Burnout & Depression: Entwicklung von Warnsystem und KI-ratgeber für Pflegekräfte zur Stressbewertung/Bewältigung, Monitoring, langzeitverlauf und vorhersage durch multivariate und KI-basierte Extraktion spezifischer Biomarker und mHealth-Technologien (StressPredict4Nurses / SP4N)“ wird im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert.
- Marc Herbertz, Significo GmbH, Berlin (Koordinator)
- Dr. Thomas Hübner, Preventicus GmbH, Jena, DE
- Prof. Georg Seifert, Charité – Universitätsmedizin Berlin
- Prof. Karl-Jürgen Bär, Universitätsklinikum Jena
Verbundprojekt: “Quantifying atrial fibrillation burden to inform screening, treatment, and health policy (AF-B-STEP)”
This project is supported by the Innovative Health Initiative Joint Undertaking (IHI JU) under grant agreement No 101252780. The JU receives support from the European Union’s Horizon Europe research and innovation programme, COCIR, EFPIA, EuropaBio, MedTech Europe, Vaccines Europe, and from consortium partners Acesion Pharma ApS, Medical Algorithmics, Preventicus GmbH, Thryv Therapeutics Inc., and Withings.
- University Medical Center Hamburg-Eppendorf (Project Coordination), Hamburg, DE
- Medtronic Bakken Research Center B.V. (Project Lead), Maastricht, NL
- Acesion Pharma ApS, Frederiksberg, DK
- AFNET (Atrial Fibrillation Network) – Kompetenznetz Vorhofflimmern e.V., Münster, DE
- Biotronik SE & Co. KG, Berlin, DE
- Boston Scientific International S.A., Voisins-le-Bretonneux, FR
- concentris research management gmbh, Fürstenfeldbruck, DE
- European Society of Cardiology, Sophia Antipolis Cedex, FR
- IDM gGmbH, Hamburg, DE
- Imperial College London, London, UK
- Maastricht University, Maastricht, NL
- McMaster University, Hamilton, CA
- Medicalgorithmics S.A., Warsaw, PL
- Novartis Pharma AG, Basel, CH
- Preventicus GmbH, Jena, DE
- Techniker Krankenkasse, Hamburg, DE
- Thryv Therapeutics Inc., Montreal, CA
- Withings France S.A., Issy-les-Moulineaux, FR
Abgeschlossene Förderprojekte
Horizon2020 / SME Instruments Phase II
Das Projekt “REDUCING STROKE IN EUROPE (REDSTROKE)“ wurde im Rahmen des EU-Forschungsprogramms Horizon 2020 gefördert.
This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No 829639.“
FTI-Thüringen TECHNOLOGIE
Verbundprojekt „Entwicklung und Bereitstellung eines wissenschaftlich validierten, nachhaltigen Ernährungskonzeptes zur Reduktion kardiovaskulärer Risikofaktoren in Form einer digitalen mobilen Anwendung (App)“
Dieses Vorhaben wurde im Rahmen der Richtlinie FTI-Thüringen TECHNOLOGIE mit Mitteln des Freistaats Thüringen und der Europäischen Union aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.“
- Dr. Thomas Hübner, Preventicus GmbH, Jena, DE (Koordinator)
- Dr. Christine Dawczynski, Friedrich-Schiller-Universität, Jena
EUROSTARS
Das Projekt „24/7 SMART MONITORING OF CARDIO-RESPIRATORY FUNCTION IN PATIENTS AT RISK OF CARDIOVASCULAR EVENTS (E!114299 / WATCHIT)“ wurde im Rahmen des europäischen Förderprogramms „Eurostars“ durchgeführt und die deutschen Partner aus Mitteln des Bundesministeriums Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert (BMFTR bzw. BMBF)
- Dr. Thomas Hübner, Preventicus GmbH, Jena, DE (Koordinator)
- Prof. Dan Atar, Oslo University Hospital, NO
- Prof. Jan Hedner, Gothenburg University, SE
- Philippe Fraboulet, Manufacture Modules Technologies SA, CH
EUROSTARS
Das Projekt „SMART MONITORING OF ATRIAL FIBRILLATION (AF) IN HOSPITALS FOR STROKE PREVENTION (E! 12427 / Smart AF)“ wurde im Rahmen des europäischen Förderprogramms „Eurostars“ durchgeführt und die deutschen Partner aus Mitteln des Bundesministeriums Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert (BMFTR bzw. BMBF)
- Dr. Thomas Hübner, Preventicus GmbH, Jena, DE (Koordinator)
- Prof. Jens Eckstein, Universitätsspital Basel, CH
- Dr. Nanno van der Laan, 112 Motion B.V., Amsterdam, NL
- Dr. Udo Jendrysiak, ASCOM Deutschland GmbH, Frankfurt, DE
