Mit Wearables gegen den Schlaganfall

Das Universitätsklinikum Eppendorf prüft mit der Studie Smart in OAC den Nutzen von Messarmbändern für Vorhofflimmer-Screenings

Hamburg und Jena, 5. Juli 2022: Vorhofflimmer-Screenings in besonders betroffenen Alters- und Risikogruppen können Schlaganfälle verhindern. Telemedizinische Konzepte werden in klinischen Studien geprüft und kommen schon jetzt im Gesundheitssystem an.

In Verbindung mit Smartphone-Apps ermöglichen Messarmbänder eine kontinuierliche Überwachung des Herzrhythmus und eignen sich daher für weiträumige Vorhofflimmer-Screenings. Unter der Leitung von Prof. Dr. Paulus Kirchhof (UKE) untersucht Smart in OAC Nutzen und Durchführbarkeit dieses neuen Präventionskonzepts sowie dessen Akzeptanz im Alltag. Die Studie gliedert sich in eine Screening- und eine Diagnostikphase. Allen Studienteilnehmern wird zunächst ein Messarmband mit integriertem Sensor angeboten, das ihren Herzrhythmus acht Wochen kontinuierlich erfasst. Das Armband sendet die Daten an eine App (Corsano Preventicus Smart), wo sie ein Cloud-basierter Algorithmus analysiert und auffällige Werte an ein telemedizinisches Herzzentrum weiterleitet. Ergibt sich aus dessen Prüfung eine Verdachtsdiagnose, setzt die Diagnostikphase mit einem 14-tägigem Langzeit-EKG an. Zusätzlich wird aus Teilnehmern mit unauffälligen Werten eine randomisierte Kontrollgruppe gebildet, die ebenfalls das Langzeit-EKG erhält und Aufschluss darüber erbringt, wie zuverlässig das Messarmband auf Vorhofflimmern hinweist.

Vorhofflimmer-Screening mit kardiologischer Versorgung

Das Jenaer Unternehmen Preventicus unterstützt die Studie und kooperiert mit Krankenversicherungen, die dieses Präventionskonzept, mit einer alternativen Messmethode, in der Praxis heute schon umsetzen: Dafür erhalten die Versicherten die App Preventicus Heartbeats, mit der sie direkt über die Kameralinse ihres Smartphones ihren Herzrhythmus messen. Im Gegensatz zum Konzept der App auf Rezept, bei dem sich Versicherte die Kosten für Gesundheits-Apps von ihrer Krankenkasse erstatten lassen, ist die App Preventicus Heatbeats in ein kostenfreies Vorsorgeprogramm integriert, das eine fachärztliche Versorgung beinhaltet. Im Hintergrund greifen die gleichen Analyseprozesse, die auch bei Smart in OAC eingesetzt werden. Sie leiten die Versicherten bei auffälligen Werten zu angeschlossenen Kardiologen, die das Langzeit-EKG durchführen und im Anschluss eine Therapieempfehlung geben.

 

Die Hanseatische Krankenkasse ist an Bord

Ab sofort können auch Versicherte in Hamburg profitieren: Die Hanseatische Krankenkasse (HEK) hat das Programm in ihre Leistungen aufgenommen. „Das Messen mit der Kamera des Smartphones funktioniert sehr zuverlässig, das haben frühere Studien schon gezeigt,“ sagt Dr. Thomas Hübner, Geschäftsführer von Preventicus. Dennoch treibt Preventicus die Adaption des Programms mit Wearables voran: „Für Hochbetagte ist die automatische Messung mit einem Armband viel leichter zu handhaben und auch Hoch-Risiko-Patienten profitieren, weil ihr Herzrhythmus rund um die Uhr gemessen wird und Auffälligkeiten noch früher entdeckt werden,“ ergänzt Dr. Thomas Hübner.

 

Viele Schlaganfälle können vermieden werden, wenn Vorhofflimmern früh therapiert wird. Die im Gesundheitssystem vorgesehene Regelversorgung kann eine Früherkennung nicht leisten, mit der tragischen Konsequenz, dass der Hauptrisikofaktor Vorhofflimmern oftmals erst nach dem Schlaganfall diagnostiziert wird. Digitale und telemedizinische Versorgungskonzepte können diese Versorgungslücke schließen, indem sie einerseits die eigenständige Vorsorge stärken und andererseits den Zugang zur fachärztlichen Versorgung erleichtern.

Ihr Pressekontakt

Dagmar Elsholz

Preventicus GmbH

Tel: 0172/4199926

E-Mail: dagmar.elsholz@preventicus.com

Über Preventicus:

Das Jenaer Unternehmen Preventicus entwickelt digitale Anwendungen und telemedizinische Infrastrukturen zur Prävention und zum Management von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Leitmotiv steht die Prämisse, dass digitale Technologien zur Entdeckung von Vorerkrankungen und Risikofaktoren nur hilfreich sein können, wenn sie in strukturierte Versorgungswege eingebettet sind, die Patienten schnell in die Therapie bringen.

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